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Torsten beim Abstieg zum Fish River |
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Der Abstieg ist technisch nicht schwierig aber z.T. sehr steil. Die steilsten Stellen sind durch Ketten gesichert. Da Claudia mit ihren Knien bergab etwas Probleme hatte, brauchten wir fuer dieses Teilstueck nicht ganz eingeplante 2,5 Stunden. |
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Torsten im Fish River nach erfolgtem Abstieg |
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Was uns allen so richtig zu schaffen machte, war die unertraegliche Hitze. Dass waehrend der ganzen Tour keine Wolke am Himmel zu sehen war, ist sicher nicht ungewoehnlich, aber dass wir gegen 11.00 Uhr bereits 55 Grad ( natuerlich in der Sonne, denn Schatten gab es ja nicht ) hatten, war selbst fuer namibische Verhaeltnisse in dieser Jahreszeit nicht ganz normal. |
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Am Fish River angekommen, hiess es erst einmal fuer uns alle, Trinken, Trinken und nochmals Trinken. In den folgenden Tagen werden wir taeglich 5-6 Liter gefiltertes Wasser zu uns nehmen. Keiner von uns hatte gedacht, dass das ueberhaupt geht. Fuer kurzzeitige Erfrischung sorgte natuerlich auch immer mal wieder ein Bad im Fluss. |
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Erstes Uebernachtungslager am Kilometer 9 |
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Trotzdem wir, allen Warnungen zum Trotz, auch ueber die Mittagszeit gelaufen sind, kamen wir auf Wüstensand und grossen Steinfeldern nicht so recht voran. Einen Weg gibt es da unten ohnehin nicht, so dass man sich seinen Pfad selber suchen muss. |
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Eine etwas laengere Mittagspause liess uns nicht wirklich regenerieren, so dass nachmittags beim Laufen fast gar nichts mehr ging. Da gegen 18.15 Uhr kein Tageslicht mehr da ist, begannen wir gegen 17.00 Uhr mit der Schlafplatzsuche. Immerhin galt es ja noch ein paar alltaegliche Dinge wie Schlaflager aufbauen, Körperpflege, Kochen, Essen und Wasser filtern zu erledigen. |
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Nach Check von Wanderkarte und GPS-Daten fielen wir aus allen Wolken, dass wir am ersten Tag nur bis zum Kilometer 9 gekommen sind. Mal schauen, was morgen geht. |
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2. Tag, 9.30 Uhr, auf dem Weg nach Palm Springs |
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Wecken 6.30 Uhr, Losgehen 7.30 Uhr - so war der Plan und mit 15 min Verspaetung sind wir dann auch losgekommen.Das Gelaende wird nicht einfacher und wieder kommen wir viel zu langsam voran.Zu allem Ueberfluss hat Torsten, der immer fitte Adonis, der bei keiner anderen Tour Schwaechen zeigte, Kreislaufprobleme. Sein Ruhepuls wollte nicht unter 130 gehen. Offensichtlich hatte er zu wenig getrunken, aber nach reichlich Filterwasser ging es dann irgendwie mit grossem Kampf doch weiter.Gegen 11.00 Uhr haben wir Palm Springs erreicht. Da wollten wir urspruenglich die erste Nacht verbringen. Wieder knapsten wir Zeit von unserer Mittagspause ab, aber das Laufen in der barbarischen Mittagshitze schlaucht so doll, dass man aller 20 min Pause machen muss. |
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Verschnaufpause, bevor die Sonne da ist |
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Die Ernuechterung kam am Abend. Wir waren erst am Kilometer 23. Wenn wir weiter so langsam vorwaerts kommen, brauchen wir statt der kalkulierten 4-5 Tage mindestens 7 oder 8. Da half nur noch eins: Aufstehen 5:00 Uhr und Losgehen sobald der erste Lichtstrahl zu sehen ist, also gegen 6:20 Uhr. Uns war klar, dass der Grossteil der Tagesstrecke bis mittags geschafft sein muss. |
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3. Tag, 8:15 Uhr, der Tafelberg ist erreicht |
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Ein wenig Optimismus kehrt zurueck. Gegen 8.00 Uhr haben wir den Tafelberg erreicht und noch sind die Temperaturen human. Claudia haelt trotz groesser werdender Probleme ganz gut durch. Torsten und Thomas haben nun auch mit Blasen an den Fuessen und Zehen zu kaempfen, aber das gehoert einfach dazu. |
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3. Tag, Wasser filtern und Bad in der Mittagspause |
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Die Mittagspause verbringen wir am Kilometer 37. Der tiefe Sand schlaucht und die grossen Steinfelder gehen auf die Knochen und erinnern schmerzhaft daran, wo ueberall Blasen sind. Nachmittags versuchen wir nochmal so richtig zu powern, um so nah wie moeglich an die psychologisch so wichtigen short cuts zu kommen. |
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4. Tag, 7:20 Uhr, Kilometer 48, es ist noch keine Sonne zu sehen |
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Es geht gut voran am fruehen Morgen des 4. Tages. Wir versuchen, jede Flussschleife innen zu nehmen. Sicher nicht immer der leichteste aber dennoch der effektivste Weg. Gegen 8:30 Uhr erreichen wir den ersten grossen short cut am Kilometer 50 und der zweite am Kilometer 55 schliesst sich nahtlos an. Es ist hier etwas huegelig und auch anstrengend mit den fast 20 kg schweren Ruck- saecken, aber dafuer werden ja auch ein paar Kilometer gespart. Nach weiteren 2 Stunden sind wir auf wundersame Weise bis zum Kilometer 63 gekommen, nur 1,5 km vom Notausstieg entfernt. Wir trauen unseren Augen nicht, aber vor uns taucht mitten im Canyon ein Jeep der Ranger auf. Sie suchen nach einem seit 48 Stunden vermissten Deutschen, der nur mal schnell ein paar Fotos im Canyon machen wollte. Fuer Claudia ist hier leider der Trip zu Ende. Knie und Beine wollen nicht mehr so richtig und so entschliesst sie sich, mit den Rangern nach Ai Ais zu fahren. Wir sagten ihr zum Abschied, dass wir vielleicht auch am naechsten Tag in Ai Ais sein koenten und sie solle doch schon mal ein paar eiskalte Bier ordern. |
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Mittagspause am 4. Tag bei Kilometer 70 |
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Die Aussicht auf kaltes Bier mobilisierte zweifelsfrei Kraefte. Wir hatten zwar für 3 bis 4 weitere Tage Verpflegung mit, aber das warme Wasser schmeckte von Tag zu Tag trotz der Brause- und Elektrolyt- tabletten erbaermlicher. Ausserdem machte nun auch noch mein Katadyn-Filter (Hiker) schlapp, denn er ist ja eigentlich auch für Solisten gedacht. Somit blieb nur noch das Entkeimen mit Tropfen. Gegen 11:00 Uhr haben wir German Soldiers Grave am Kilometer 65 erreicht. Das Fass mit Frischwasser, was die Ranger angeblich taeglich auffuellen, war leider leer. Wir liefen dennoch 1,5 Stunden weiter und fanden am Kilometer 70 einen Traum von Rastplatz fuer unsere 3-stuendige Mittagspause. |
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Pavianherde am Mittagsrastplatz des 4. Tages |
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Wir nutzten die Mittagspause, um abwechselnd zu baden und unter Straeuchern Schatten zu finden. Wasser filtern war ja nur noch ein- geschraenkt moeglich und Essen eher laestig. Noor und Eggi haben einen oder 2 Riegel hintergewuergt. Bei Torsten und Thomas beschraenkte sich das Essen auf 2 Scheiben Brot morgens und einem warmen Globetrotteressen abends. |
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Die Pavianherde am anderen Flussufer bleibt auch ganz friedlich. Wir lassen sie dennoch nicht aus den Augen. |
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Hubschrauber am Mittagsrastplatz bei Kilometer 70 |
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Da im Canyon keinerlei Infrastruktur zu finden ist, hat man hier alle Ruhe dieser Erde. Ploetzlich ein Hubschraubergeraeusch. Der Pilot fliegt den Canyon in Richtung Ai Ais ab und kehrt wenige Minuten spaeter zu uns zurueck. Sie suchen mit allen ihnen zur Verfuegung stehenden Mitteln den Vermissten Sachsen und fragen alle im Canyon befindlichen Personen ( nach uns ist noch eine Gruppe mit Deutschen, die spaeter den Notausstieg nutzen sollten und eine Gruppe mit Franzosen, die vom Vermissten am Fluss 2 Tage zuvor ein Foto gemacht hat ) nach dem Gesuchten. Wir koennen leider nicht weiterhelfen und hoffen das Beste. |
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Eggi am 4. und letzten Uebernachtungslager am Kilometer 76 |
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Die Nachmittagshitze bleibt erwartungsgemaess auch heute nicht aus, aber wir gehen bis an unsere Leistungsgrenze, um vielleicht sogar am Vormittag des 5. Tages das Ziel in Ai Ais zu erreichen. Unsere Strategie, immer an der Flussinnenseite zu laufen, muendete bei Kilometer 73 kurz vor Fool´s Gold Corner in etwas Fels- kletterei.Dafür gab es noch einen schoenen short cut über eine flache Ebene, der bei unserer letzten Uebernachtungsstaette bei Kilometer 76 endete. Thomas hatte hier die ganze Nacht mit einem hohen Ruhepuls zu kaempfen, aber wir waren ja auch nur noch 14 km vom Ziel entfernt. Torsten´s Schuhe kann man als solche nur noch bedingt bezeichnen, da sich eine halbe Schuhsohle vom selbigen geloest hatte. |
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5. Tag, 10:00 Uhr, das kühle Bier in Ai Ais (v.l. Noor, Thomas, Torsten, Eggi, Artos ) |
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Noch 14 km am 5. Tag bis zum Ziel. Wir machten uns wieder 6.20 Uhr auf die Piste und gaben ordentlich Gas. Trotz Sandalen ging es auch bei Torsten zuegig voran. Wir erreichten Ai Ais zu unserem grossen Erstaunen schon 3 Stunden spaeter und steuerten direkt auf eine Imbissbude zu. Bevor wir auch nur einen Gedanken an Waschen oder so aehnliches verschwendeten, genossen wir in vollen Zuegen 2 halbe Liter. Endlich wieder was Kaltes zu trinken - Genuss pur. |
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Wir warteten auf Claudia und als sie um die Ecke bog, war sie sichtlich ueberrascht, dass wir da schon unseren Erfolg feierten. |
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geschafft und happy |
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5 einerseits sehr anstrengende aber andererseits auch traumhafte Tage gingen zu Ende. Wir meldeten uns ordnungsgemaess bei den Rangern ab und erhielten abschliessend unsere Urkunden. |
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Ein kurzer Anruf in der Canyon Lodge genuegte und 1 Stunde spaeter stand unser Fahrer mit unsem Leihwagen da, um uns zurueck zum Canyon Mountain Camp zu bringen. |
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Der Rest des Tages war Relaxen pur: Duschen, Rucksaecke auspacken und ein bisschen saeubern und dann bis weit nach Mitternacht einen zuenftigen Skat bei ein paar Flaschen Rotwein spielen - die Zivilisation hatte uns wieder. |
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